Coin News

Nächste Woche bricht in Europa eine neue Zeitrechnung für Kryptowährungen an

8 Oct, 20223 min readOther
Nächste Woche bricht in Europa eine neue Zeitrechnung für Kryptowährungen an

Der Europäische Rat hat sich auf die neuen Regeln für Kryptowährungen in Europa geeinigt. Damit geht ein längerer Diskussionsprozess zu Ende, der als Wendepunkt gilt. Die Zeiten der Anarchie sind vorbei, ab sofort nehmen die Staaten die Kryptoindustrie an die Leine.

Das große Ziel der Verordnung war es, Klarheit zu schaffen. Diese herrscht nun ab nächster Woche, wenn das EU-Parlament jenen Bestimmungen absegnen wird, auf die sich die europäischen Staats- und Regierungschefs im Europäischen Rat geeinigt haben. Die Verordnung mit dem sperrigen Namen Markets in Crypto-Assets, kurz MiCA, bringt zahlreiche Neuerungen mit sich.

Haftung für verloren gegangene Kryptowährungen

Dabei geraten besonders die sogenannten Krypto-Asset-Service-Provider ins Visier der Aufsichtsbehörden. Dabei handelt es sich um jene Unternehmen, die mit Kryptowährungen handeln oder diese verwahren. Sie haften zukünftig dafür, wenn sie die Coins ihrer Kunden verlieren. Gleichzeitig müssen sie sicherstellen, dass der Handel nachvollziehbar wird. Ausgenommen von den neuen Regelungen sind lediglich „unhosted Wallets“, bei denen der Zugang über private Schlüssel der User kontrolliert wird.

Kein Verbot von Bitcoin

Anders als immer wieder von einzelnen politischen Akteuren gefordert, findet sich jedoch kein Verbot des Proof-of-Work-Minings, das Bitcoin auszeichnet, in den Vorschriften. Ursprünglich hatte es so ausgesehen, als könnte damit Bitcoin in Europa tatsächlich verboten werden.

Doch die Gegner der größten Kryptowährung der Welt werden zweifellos weiter an diesem Projekt arbeiten. Umweltschutz und zu hoher Stromverbrauch sind beliebte Argumente geworden, um Bitcoin auf gesetzlichen Wegen in die Knie zu zwingen. Die Industrie ist gefordert, dem gegenüberzutreten und ungenutzte Ressourcen verstärkt für das Mining zu nutzen.

Neue Token und Stablecoins im Blickpunkt

Experten beurteilen MiCA als anspruchsvoll, aber sachgerecht. Sie hält schwarze Schafe vom Markt ab, muss aber gleichzeitig dafür sorgen, dass sie Innovationen am Finanzmarkt nicht vorzeitig abwürgt. Doch mit der Regulierung kehrt nicht automatisch mehr Schutz für die Anleger ein. Die Branche wird damit lediglich zu mehr Transparenz verpflichtet.

Die Eigenverantwortung, die Whitepapers zu lesen, bleibt immer noch beim Investor. Ziel der Verordnung ist es auch Token-Offerings und Stablecoins besser zu regulieren. Das könnte vor allem Neuemittenten aus dem Bankensektor zugutekommen, die mit umfangreichen Geldwäsche-Vorschriften vertraut sind und die neuen Vorgaben schneller als die Branche umsetzen können.

Der weitere Zeitplan

Sollten die neuen Vorschriften auch die Abstimmung im EU-Parlament passieren, dann wird der vollständige Text in die 20 Sprachen der EU übersetzt. Er sieht eine Frist von 12 bis 18 Monaten vor, dann müssen die betroffenen Unternehmen die Vorgaben umgesetzt haben.

Source

Subscribe to get our top stories

Coin News
App StoreApp Store