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Krypto & Aktien: „Extreme Angst“ regiert die Märkte vor dem Winter

5 Oct, 20224 min readOther
Krypto & Aktien: „Extreme Angst“ regiert die Märkte vor dem Winter

Nein, es ist nicht nur deine Stimmung, die mies ist. Sowohl der Crypto Fear & Greed Index als auch der Fear & Greed Index für die regulären Aktienmärkte kennen derzeit nur einen Wert: extreme Angst. Zwar gab es in den letzten Monaten immer wieder Ausreißer nach oben – etwa wenn sich die Krypto-Community auf Ethereums „The Merge“ freute oder es ein Aufatmen bei Tech-Aktien nach dem Sommer gab. Doch der drückende „russische“ Winter gibt die Richtung vor: nach unten.

Deswegen starten wir in einen Oktober, der wahrscheinlich nicht zum „Uptober“ werden wird, wie es in manchen Vorjahren der Fall war. Denn zu beiden Seiten des Atlantiks sieht es düster aus – hohe Inflation, COVID-Nachwehen (v.a. Lieferketten), Energiekrise und natürlich der Ukrainekrieg bedrohen die Aussichten vor allem jener Werte, die auf starke Wachstum in der Zukunft setzen – und das sind nun mal Krypto-Assets und Tech-Aktien.

Diese Risiko-Assets drücken überspitzt das aus, was an den restlichen Märkten passiert. Dem S&P500, der die 500 wichtigsten börsennotierten Unternehmen der USA abbildet, droht sein schlechtestes Quartal (Q3) seit 2009 (=Finanzkrise). Wenn „Dr. Doom“ Nouriel Roubini vor einer „langen und hässlichen“ Rezession in den USA warnt, dann wundern sich nicht mehr viele und halten mit der Gegenmeinung dagegen.

Kursverfall durch die Bank

Diesseits des Atlantiks und damit viel näher am Geschehen in der Ukraine dran sieht es noch etwas düsterer aus. Die Rezession in der Eurozone ist mit 10 Prozent noch ein Stück höher als in den USA (8,5%), und es gilt mittlerweile als sicher, dass Europas größte Volkswirtschaft Deutschland ebenfalls 2023 in die Rezession fallen wird. Parallel zu News wie diesen oder den Pipeline-Sprengungen in der Nordsee kann man beobachten, wie europäische Leitindizes wie der DAX oder der STOXX 600 (Referenzindex für Europa) über die Monate hinweg nachgeben und nachgeben. Auch der Fall der Credit Suisse beunruhigt aktuell den Markt – eine der führenden Schweizer Banken verzeichnete 2022 einen Kursverlust von etwa 60 Prozent.

Hier die Kursentwicklungen seit Jahresbeginn im Vergleich – sie zeigen, dass selbst sehr breite Aktienindizes we der Dow Jones und der STOXX 600 um 20 Prozent verloren haben:

  • Ethereum = Blau
  • Bitcoin = Orange
  • NASDAQ100 = Gelb
  • Dow Jones = Violett
  • S&P500 = Türkis
  • DAX = Dunkelgrün
  • STOXX 600 = Hellgrün
  • Wohin die Aktienkurse und die Weltwirtschaft steuern, mag heute kaum jemand genau vorherzusagen – die Lage ist noch einmal unsicherer als ohnehin schon zwischen Atombombendrohungen aus Russland, Rechtsrutschen in europäischen Ländern wie Italien und Schweden und einer drohenden Rückkehr von Donald Trump.

    Womit jedenfalls viele fix rechnen: weitere Anhebungen der Leitzinsen bis Ende des Jahres sowie im Verlauf von 2023. Sowohl die Federal Reserve in den USA als auch die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt werden weiter versuchen, die hohe Inflation durch Zinserhöhungen zu bekämpfen. In den USA steht der Leitzins bereits bei 3 bis 3,25 Prozent – noch ein, zwei Schritte nach oben, und die 4-Prozent-Marke ist erreicht. Die EZB hat den Leitzins im Euroraum bisweilen auf 1,25 Prozent angehoben – auch hier sind weitere Erhöhungen in Richtung 2 oder sogar 3 Prozent zu erwarten.

    Kaum Schutz vor der Inflation

    Derweil zeigt sich, dass der oft und gerne als „Inflationsschutz“ verkaufte Bitcoin stark an Wert verliert. Nur in kurzen Phasen gelingt es BTC oder Ether, sich dem Sog der Gesamt-Finanzwirtschaft zu entreißen und im Kurs ein Eigenleben zu entwickeln. Aber meistens ist die Koppelung der BTC- und ETH-Kurse an die Entwicklungen an den regulären Börsen nicht zu übersehen. „Inflationsschutz – ja, aber“ – das gilt nur für jene, die VOR dem starken Ansteigen der Teuerungsraten investiert haben bzw. für jene in Ländern wie der Türkei oder Argentinien, die nochmal ganz andere Inflationsraten sehen.

    Ergibt unterm Strich also eine trübe Gemengelage für Investitionen in Risiko-Assets mit mehr als ungewissem Ausgang. Und deswegen steht die Stimmung eben auf „extreme Angst“.

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