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Höchst mysteriöse Token-Bewegungen nach FTX-Kollaps

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Höchst mysteriöse Token-Bewegungen nach FTX-Kollaps

Er ist zwar nicht auf der Flucht nach Argentinien, sondern unter Überwachung der Behörden der Bahamas, wo der Sitz seines nunmehr bankrotten Unternehmens ist. Doch rund um FTX und die FTX-Token (FTT) von Sam Bankman-Fried passieren weiter höchst mysteriöse Dinge. So kamen am Wochenende Gerüchte über Bewegungen von Krypto-Assets aus FTX heraus zu einer anderen Wallet – und zwar mit einem Gegenwert von etwa 515 Millionen Dollar. Doch Krypto-Expert:innen kamen dem schnell auf die Spur – es soll sich um einen Insider handeln.

Um wen es sich handelt, soll bald bekannt gegeben werden, heißt es seitens dem Chief Security Officer der Exchange Kraken. Dessen Team hat den Hack analysiert. Der mittlerweile neu eingesetzte CEO von FTX, John J. Ray III, hat bereits bestätigt, dass es sich um „unauthorisierte Transaktionen“ gehandelt haben soll. Doch der oder die Täter:innen sollen stümperhaft vorgegangen sein, weswegen ihnen Expert:innen schnell auf die Spur kamen. Parallel dazu machten Gerüchte die Runde, denen zufolge Bankman-Fried eine Backdoor gehabt hätte, über die Gelder bei FTX hinaus schleusen konnte, um sie etwa an seine zweite Firma Alameda Research zu schicken. Auf diesem Weg sollen bereits ein bis zwei Milliarden Dollar verschwunden sein. Laut Reuters und Wall Street Journal sollen insgesamt rund zehn Milliarden Dollar von FTX an die Trading-Firma Alameda Research gesendet worden sein.

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FTX-Token als Luftschloss

Auf welchem Luftschloss dass FTX-Imperiums des nun weltweit bekannten Gründers Bankman-Fried gebaut war, zeigt der FTX-Token dieser Tage. FTT war zu seinen Höchstzeiten im September 2021 noch stattliche 82 Euro wert, mittlerweile ist der Preis auf weniger als 2 Euro und damit um 98 Prozent eingebrochen. Und offenbar kann der Token einfach so und rauen Mengen nachproduziert werden. So zeigen Einträge auf der Ethereum-Blockchain (FTT ist ein einfacher ERC-20-Token wie viele andere auch), das am Sonntag plötzlich knapp 196 Millionen neue FTX-Token (theoretischer Gegenwert: 330 Mio. Euro) auf den Markt gekommen sind. Das ist mehr, als bis dato an FTX-Token am Markt unterwegs war (ca. 230 Mio. Euro).

Führende Exchanges wollen mit FTX-Token nichts mehr zu tun haben. Am Sonntag kündigten bereits Binance und Huobi an, keine Einzahlungen von FTTs mehr anzunehmen. Ende der Woche beeilten sich Unternehmen wie Tether, Circle oder Coinbase, sich von FTX und FTT zu distanzieren. Gehandelt werden kann der toxische Token aktuell nur mehr bei Binance, KuCoin und Huobi Global, wobei das nur mehr eine Frage der Zeit ist.

Pleite zieht weite Kreise

Derweil kommen immer neue Details ans Tageslicht, welche Investor:innen und weiteren Firmen vom FTX-Kollaps betroffen sind. Offensichtlich ist, dass Großinvestor:innen wie Sequoia Capital, Paradigm, die Stars Tom Brady und Gisele Bündchen, der Staatsfonds Temasek aus Singapur oder der kanadische Pensionsfonds OTPP (Ontario Teacher’s Pension Plan) hunderte Millionen an Investments in FTX abschreiben müssen. Weiters haben am Wochenende die bereits insolventen Krypto-Lending-Unternehmen Celsius Network und Voyager Digital bekannt gegeben, dass sie ebenfalls von der FTX-Pleite betroffen sind.

Auch betroffen ist dann der schwedischen Börse notierte CoinShares, das Krypto-Assets im Gegenwert von etwa 30 Millionen Dollar bei FTX liegen gehabt hat und nun darum bangen muss, ob es diese Gelder jemals wieder sieht. Weiters betroffen ist Galaxy Digital Holdings von Milliardär Michael Novogratz, das dort Assets im Wert von etwa 77 Millionen Dollar hatte, sowie Genesis (Krypto-Broker der Digital Currency Group), das 175 Millionen Dollar an Krypto-Assets bei FTX hatte.

außerdem hat sich gezeigt, dass SBF und seine Truppe über die Jahre ein umfangreiches Netzwerk von unglaublichen 134 Firmen aufgebaut hat, die nun alle direkt oder indirekt von der Pleite betroffen sind. Dieses Netzwerk reicht auch in die Schweiz und nach Deutschland, wo es Tochterunternehmen bzw. Zukäufe wie Digital Assets DAAG, Canco oder CM-Equity AG.

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