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FTX-Kollaps: Regulierte Krypto-Firmen und Bitcoin-Apps sehen Wachstum

39 min ago3 min readRegulation
FTX-Kollaps: Regulierte Krypto-Firmen und Bitcoin-Apps sehen Wachstum

Eigentlich wäre FTX (zumindest zu Teilen) unter der Kontrolle der Commodity Futures Trade Commission (CFTC) gestanden; denn durch den von LedgerX hatte sich FTX US auch eine Firma gekauft, die bereits durch die US-Behörde reguliert war. Geholfen hat das aus Sicht der nun massiv geschädigten Investor:innen nichts. FTX ist bereits jetzt einer der größten Finanzskandale der Welt, mit mehr als einer Million geschädigten (kleinen wie großen) Krypto-Anleger:innen und zahlreichen namhaften institutionellen Investoren.

Des einen Freud‘, des anderen Leid. Denn zwar leidet klarerweise die gesamte Krypto-Industrie durch Vertrauensverlust und zusätzlich eingebrochenen Preisen von Kryptowährungen unter der FTX-Pleite, jedoch gibt es aber auch positive Entwicklungen. Zumindest für jene Player im deutschsprachigen Raum, die sich selbst immer um Regulierung bemüht haben – und damit jetzt bei Nutzer:innen punkten.

Bitpanda-CEO Eric Demuth etwa spricht gegenüber Bloomberg von einem Zuwachs bei Kund:innen, wobei es „Abflüsse wie Zuflüsse“ gegeben hätte, aber „in Summe haben die Zuflüsse in der letzten Woche überwogen“. Bitpanda hat sich in zahlreichen europäischen Ländern wie Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, UK, Tschechien und Schweden Lizenzen und Registrierungen geholt.

„Bitcoin unterscheidet sich von Crypto“

Auch bei Bison, einer App für den Handel mit Kryptowährungen, hinter der mit der Börse Stuttgart eine traditionelle Wertpapierbörse steht, sieht man dieser Tage mehr Zufluss. „Bei Bison haben wir den Eindruck, dass die jüngsten Ereignisse rund um FTX, Kunden dazu bewegen, verstärkt nach vertrauenswürdigen Plattformen im regulierten Umfeld zu suchen. Wir sehen aktuell einen doppelt so starken Neukundenzuwachs wie im späten Frühling 2022“, so Bison-CEO Ulli Spankowski gegenüber Trending Topics.

Eine ähnliche Meldung gibt es aus der Schweiz, und zwar seitens des Bitcoin-Startups Relai rund um CEO Julian Liniger. Relai, eine in der Schweiz regulierte Non-Custodial-Wallet mit Bitcoin-Handel, verzeichnete in der Woche des FTX-Crashs Rekordzahlen. Nach Angaben des Unternehmens stieg der Website-Traffic in den letzten 7 Tagen um 132 Prozent, App-Downloads um 100 Prozent im Vergleich zum vorherigen Zeitraum und das Handelsvolumen stieg um über 100 Prozent. Außerdem verkaufte man auch mehr BTC – nach Angaben von Relai in der Woche des FTX-Crashs eine Rekordsumme von über 120 Bitcoin.

Branche liegt weiter tief im Krypto-Winter

„Unsere Kernthese hat sich in den letzten Tagen bestätigt. Bitcoin unterscheidet sich von Crypto, deshalb geraten unsere Nutzer nicht in Panik, sondern erwerben in Zeiten wie diesen aggressiv mehr Bitcoin. Statt den Fokus auf Spekulation und Spekulation zu legen, konzentrieren sich unsere Nutzer und wir auf einen langfristigen Anlagehorizont, indem wir Bitcoin in Non-Custodial Wallets aufbewahren und auf die grundlegenden Vorteile eines innovativen Wertes wie Bitcoin setzen“, so Liniger in einem Statement.

Dazu ist auch zu sagen: Der Krypto-Markt liegt seit vielen Monaten – nach dem Einbruch in Folge der US-Zinswende und dem nachfolgenden Terra/LUNA-Crash – im Winter. Viele Krypto-Unternehmen, darunter auch Bitpanda, Coinbase oder Crypto.com, haben viele Mitarbeiter:innen freigesetzt und Marketing-Maßnahmen hinunter gefahren. Wenn in dieser Phase des Krypto-Winters nun Nutzer:innen-Ströme dazukommen, fällt das mehr auf als in anderen Phasen, in denen Krypto boomt.

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