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Ethereum-Zensur durch OFAC steigt auf 74 Prozent

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Ethereum-Zensur durch OFAC steigt auf 74 Prozent

Die Ethereum-Zensur durch Sanktionen der OFAC steigt auf 74 Prozent. Parallel dazu wächst aber auch der Anteil an Validatoren, welche die Vorgaben der Abteilung des US-Finanzministeriums explizit ablehnen. Was bedeutet das für die größte Smart Contract Plattform?

Ethereum-Zensur durch OFAC: Zusammenfassung

  • Anteil zensierter Blöcke der Ethereum-Blockchain steigt auf 73 Prozent.
  • Parallel wächst auch der Anteil der Anti-Zensur-Blöcke auf 13 Prozent.
  • Das Netzwerk ist nicht gespalten, doch Kritiker warnen vor weiterer Zunahme der Zensur.
  • Ethereum-Zensur? 74 Prozent der Blöcke OFAC-konform

    Kritiker Ethereums sehen ihre schlimmsten Befürchtungen bereits als bewiesen an. Zum aktuellen Stand sind 74 Prozent neu entstehender Blöcke des Ethereum-Netzwerks OFAC-konform.

    Die OFAC ist das Amt zur Kontrolle von Auslandsvermögen und als solches ein Teil des US-Finanzministeriums. Diese sanktionierte im Mai erstmals ein Krypto-Projekt. Damals traf es den Bitcoin-Mixer Blender.io.

    Im August folgte schließlich auch das offizielle Verbot des Ethereum-Mixers Tornado.Cash. Der Vorgang rief besonders große Kritik hervor, denn im Gegensatz zum Bitcoin-Pendant ist Tornado eine dApp und kommt als solche ohne zentralen Verwalter aus.

    Kritiker vermuten damals, dass Ethereum einen geeigneten Nährboden für etwaige Zensur bietet. Schuld ist neben der Transparenz der Blockchain der Wandel von Proof of Work zu Proof of Stake, durch den große Unternehmen als Betreiber von Staking Pools immer mehr Macht ausüben.

    Warum werden MEV-Boosts zur Gefahr für die Neutralität der Blockchain?

    Validatoren installieren MEV-Boosts freiwillig mit der Absicht, ihre Profite zu maximieren. Die Idee basiert auf dem Bieter-Prinzip, das sowohl beim Bitcoin als auch auf Ethereum existiert. Wer seine Transaktion mit einer möglichst hohen Gebühr verbindet, muss tendenziell weniger lange auf die Abwicklung der Zahlung warten.

    Als populärster MEV-Boost gilt Flashbots. Einige Programme dieser Art führen jedoch nicht nur zu einem höheren Einkommen für die Validatoren, sondern nebenbei auch für eine Zensur der Blöcke nach regulatorischen Vorgaben.

    Noch am 30. September waren lediglich 45 Prozent der Blöcke OFAC-konform. Damals warnt der Blockchain-Experte Lachan Feeney vor einer Zunahme dieses Wertes. So erklärt er im Gespräch mit Cointelegraph:

    Wir versuchen nur, ins Bewusstsein zu rufen, dass sie [Validatoren mit aktivem MEV-Boost] durch das Ausführen dieser Software möglicherweise zur Zensur des Netzwerks beitragen.

    Über den Oktober wuchs der Wert zensierter Blöcke um weitere 28 Prozent und überschreitet laut MEVwatch.info am 3. November erstmals die Marke von 70 Prozent. Die Webseite ruft Validatoren auf, ihren MEV-Boost so anzupassen, dass es nicht länger zur Zensur bestimmter Transaktionen kommt.

    MEVwatch empfiehlt Angebote von BloXroute, Manifold und Relayooor. Eine Anleitung liefert man gleich mit. Ein MEV-Boost lässt sich also auch nutzen, ohne Blöcke zu zensieren.

    Was bedeutet der OFAC-Konformismus für Ethereum?

    Der stark wachsende Wert zensierter Blöcke macht deutlich auf die Gefahren aufmerksam, derer eine transparente Blockchain ausgesetzt ist. Gleichzeitig muss man beruhigen, denn: Eine vollumfängliche Zensur des Ethereum-Netzwerks findet nicht statt.

    Im Klartext bedeutet das: Auch Gelder, die mit Tornado.Cash in Berührung kamen, lassen sich nach wie vor versenden. Da knapp ¾ des Netzwerks eine Abwicklung jedoch ablehnen, könnte das länger dauern als der Versand unkritischer Gelder.

    Außerdem zeigt die Kampagne von MEVwatch inzwischen Wirkung. Neben der Anzahl zensierter Blöcke nimmt auch die Anzahl der Blöcke zu, die eine Zensur konkret ablehnen. Diese liegt derzeit bei 13 Prozent und ist damit genauso hoch wie die Zahl der Blöcke, die gänzlich ohne MEV-Boost ausgegeben werden.

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