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Ethereum ist jetzt deflationär: Weshalb sinkt der ETH Kurs?

15 Sep, 20224 min readEthereum
Ethereum ist jetzt deflationär: Weshalb sinkt der ETH Kurs?

Ethereum hat heute erfolgreich "den Merge" von Proof-of-Work zu Proof-of-Stake abgeschlossen - auch wenn nicht jeder Krypto-Gründer davon überzeugt ist. Das zirkulierende ETH-Angebot ist allerdings unerwartet zurückgegangen, seitdem das Ethereum-Netzwerk auf Proof-of-Stake umgestellt hat. Zwar stieg der ETH-Kurs nach dem Ereignis kurzzeitig an, bevor er jedoch Minuten später wieder zurückging und seither unaufhörlich sinkt.

ETH wirkt trotz erfolgreicher Ethereum-Fusion schwach

Es sieht so aus, als ob "die Fusion" nicht der bullische Katalysator sein könnte, auf den ETH-Inhaber gehofft hatten - zumindest vorerst. Denn ETH hat sich nach dem bahnbrechenden Ereignis unerwartet schlecht entwickelt und stieg kurzzeitig auf 1.642 US-Dollar, bevor der Krypto-Token seine Gewinne wieder eingebüßt hat. Laut den Daten von CoinGecko wird sie derzeit bei etwa 1.590 US-Dollar gehandelt, was einem Rückgang von 0,5% in den letzten 24 Stunden entspricht. Der Kurs ist zudem weiterhin fallend.

Ethereum hat heute um circa 08:43 unserer Zeit erfolgreich von Proof-of-Work zu Proof-of-Stake "fusioniert" und damit eine neue Ära für die zweitgrößte Blockchain der Welt eingeleitet. Der Merge ist eine der bedeutendsten technologischen Aktualisierungen in der Geschichte der Kryptowährungen und wurde bereits seit mehreren Jahren erwartet.

Mit dem Upgrade verlässt sich Ethereum nun auf Validierer statt auf Miner, um den Konsens zu erreichen, was dem Krypto-Netzwerk mehrere Vorteile bringt. Dazu gehören eine Senkung des Energieverbrauchs um 99,95% und eine Verringerung der ETH-Ausgabe um ganze 90%. Der Grund: Ethereum muss keine Miner mehr dafür bezahlen, neue Blöcke zur Kette hinzuzufügen. Stattdessen werden ETH-Staker für die Validierung des Netzwerks belohnt.

Preiserwartungen von Ethereum-Merge nicht erfüllt

Da Ethereum seine Emissionen nach dem Merge reduziert hat, wurde allgemein erwartet, dass das ETH-Angebot im Vorfeld des Ereignisses einen Höchststand erreichen würde. Das liegt zum Teil daran, dass Ethereum im letzten Jahr ein weiteres Update namens EIP-1559 eingeführt hat, mit dem die ETH-Transaktionsgebühren gesenkt wurden. Laut den gesammelten Daten erreichte die zirkulierende ETH-Menge zum Zeitpunkt des Merge ihren Höchststand von 120.521.139,31 ETH. Seitdem ist sie um etwa 170 ETH gesunken, was bedeutet, dass Ethereum derzeit merklich deflationär ist.

Aufgrund der Kombination aus der Reduzierung der ETH-Emissionen, EIP-1559 und der anhaltenden Nachfrage nach dem Ethereum-Netzwerk haben ETH-Fans lange gehofft, dass sich der Merge positiv auf den Preis der Kryptowährung auswirken könnte.

ETH sah in den Wochen vor der Fusion stark aus und stieg vom Tiefpunkt im Juni bis Mitte August um mehr als 100% über die Marke von 2.000 US-Dollar.

ETH durch Makrobild erschüttert

ETH hat jedoch vor dem Hintergrund der weltweit steigenden Inflation, der Zinserhöhungen und der schwachen Dynamik des gesamten Krypto-Marktes zu kämpfen. Die Nummer Zwei unter den Kryptowährungen deutete in den Tagen vor der Fusion an, dass sie die ETH-Besitzer enttäuschen könnte, indem sie gegenüber Bitcoin abwärts tendierte und dann kurz vor dem Ereignis ins Stocken geriet.

Die jüngste Kursentwicklung deutet darauf hin, dass der Merge keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Markt hat. Es ist jedoch erwähnenswert, dass Investoren oft erst mit Verzögerung auf solche Ereignisse reagieren, obwohl viele behaupten, der Markt sei "vorausschauend".

Der Mitbegründer von BitMEX, Arthur Hayes, war einer von vielen Krypto-Kommentatoren, die dies letzte Woche einräumten, als er in einem Podcast sagte, dass der Merge ein "Sell the News"-Ereignis mit einer möglichen 20%igen Korrektur im Nachhinein sein könnte. Im selben Interview sagte Hayes jedoch, dass er den Merge-Handel aufgrund der Angebotsverknappung für einen "No-Brainer" hält.

Inflation auch in Zukunft ein wichtiger Faktor

Wenn ETH deflationär bleibt, besteht eine gute Chance, dass der Vermögenswert in Zukunft steigen wird. Dies könnte jedoch einige Zeit dauern, zumal die Federal Reserve (die Zentralbank der USA) angedeutet hat, dass sie bereit ist, die Zinsen weiter zu erhöhen, um die steigende Inflation einzudämmen.

Wie sich in diesem Jahr gezeigt hat, treffen Zinserhöhungen tendenziell risikoreiche Vermögenswerte hart, insbesondere Kryptowährungen wie BTC und ETH. Selbst wenn ein Großereignis wie die Fusion reibungslos über die Bühne geht, hat ETH einen harten Kampf vor sich, solange sie mit Inflation und etwaige Finanzereignisse durch die Federal Reserve konkurrieren muss.

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