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Binance vs FTX: Entbrennt ein Konflikt zwischen den Börsen?

8 Nov, 20224 min readOther
Binance vs FTX: Entbrennt ein Konflikt zwischen den Börsen?

Binance vs FTX: Entbrennt zwischen den beiden grossen Krypto-Börsen ein Konflikt? Der Marktführer scheint die Reputation eines ernsthaften Konkurrenten zerstören zu wollen. Der Herausforderer wehrt sich, doch sein FTT Token bricht mächtig ein.

FTX und Alameda Research pleite?

Der Stein des Anstosses sind Gerüchte um eine angebliche Pleite seitens Alameda Research. Das Unternehmen gründete Sam Bankman-Fried (SBF) im Oktober 2017 und handelte darüber enorme Mengen an Bitcoin. Durch Arbitrage machte er Gewinne.

Im April 2019 gründete SBF schliesslich seine eigene Krypto-Börse namens FTX, deren Geschäftsführer er bis heute ist. Die personelle Nähe verbindet beide Unternehmen unweigerlich miteinander. Alameda dient SBF heute auch als Investmentunternehmen.

Jüngst berichtet CoinDesk: Alameda Reseach ist womöglich von einer Pleite bedroht. Dabei beruft man sich auf ein Bilanzpapier, in dem Anlagen des Unternehmens vermerkt sind. Demnach verfügt Alameda über Anlagen im Wert von 14,6 Milliarden US-Dollar.

Gleichzeitig bestehen rund acht Milliarden Dollar Schulden, davon 7,4 Milliarden durch Kredite. Für das Unternehmen sei dieser Zustand sehr bedrohlich, da ein Grossteil der Anlagen aus FTX Token (FTT) besteht – einer Anlage, welche die verwandte Krypto-Börse FTX selbst erschaffen hat. Der Token dient lediglich dazu, Gebühren auf FTX als Nutzer verringern zu können.

Alameda-Geschüftsführerin Caroline Ellison reagiert auf die Vorwürfe und erklärt:

Das Bilanzpapier zeigt nur einen Auszug aus unserem Vermögen. Wir haben Anlagen im Wert von mehr als zehn Milliarden US-Dollar, die hier nicht repräsentiert sind.

Zusätzlich seien die meisten der genannten Kredite bereits zurückgezahlt. Der Bärenmarkt 2022 habe das nötig gemacht.

Binance liquidiert sämtliche FTX Token

Auf die Gerüchte reagiert auch Binance. Die Krypto-Börse ist seit 2018 Marktführer und investierte 2021 2,1 Milliarden US-Dollar in FTX. Diese Investition teilt sich in FTT und BUSD. Ein detailliertes Verhältnis gab Binance-Gründer CZ nicht bekannt.

Der Geschäftsführer kündigte aber wohl an, sämtliche FTX Token aufgrund der möglichen Pleite liquidieren zu wollen. Aufgrund der enormen Geldmenge werde man dafür mehrere Monate beanspruchen.

Aufgrund der jüngsten Enthüllungen haben wir beschlossen, alle noch in unseren Büchern befindlichen FTT zu liquidieren.

Will Binance FTX zerstören?

CZ erklärt darüber hinaus auch, dass es nicht sein Ziel sei, einem Konkurrenten zu schaden. Dennoch ist die Aussage fragwürdig. Eine öffentliche Bekanntmachung torpediert den Kurs des FTX Token. Dessen war sich auch CZ bewusst.

Demnach verdient Binance an der Liquidierung deutlich weniger Geld, als ohne eine solche Ankündigung möglich gewesen wäre. Entsprechend liegt nahe, dass Binance FTX eben doch bewusst schaden will.

FTX und Gründer SBF werten die Entwicklung ebenfalls als gezielten Angriff. Auf Twitter schreibt der FTX-Gründer:

Ein Konkurrent attackiert uns mit falschen Gerüchten. Ich fände es toll, wenn wir gemeinsam für das [Krypto-] Ökosystem arbeiten könnten.

Jüngst erklärte er aber auch, dass “mehr Druck” innerhalb der Branche aufeinander nötig sei, um weiteres Wachstum zu forcieren. Dass er und seine Unternehmen selbst zum Ziel werden könnten, hatte SBF dabei vermutlich nicht im Sinn.

FTX Token: Kurs fällt rasant nach Binance-Ankündigung

Wirft man nun einen Blick auf den Kurs des FTX Token, erblickt man sehr starke Verluste. Im Wochentrend verliert FTT ganze 35 Prozent. Allein seit gestern sind es 24 Prozent.

Einige Analysten vermuten, dass der Konflikt über den reinen Wettbewerb innerhalb der Branche hinausgeht. Sie sehen darin eben auch einen politischen Machtkampf. SBF ist Befürworter strenger Regulierung und ein aktiver Spender für die Demokratische Partei der USA, die sich bisher kryptofeindlich positioniert.

Binance-Gründer CZ vertritt hingegen freiheitliche Positionen, die in der Krypto-Szene eher zuhause sind. Die politische Arbeit seitens FTX könnte CZ ein Dorn im Auge sein. Gleichsam könnte Binance befürchten, durch strenge Regulierung weitere Nachteile zu erfahren.

Schon heute ist das Unternehmen in den USA stark eingeschränkt und gründete deshalb extra den Ableger Binance.US. Gerüchten zufolge ist FTX selbst in eine Schmierenkampagne gegen Binance involviert.

Demzufolge befeuerte FTX öffentliche Kritik an Binance im Zusammenhang mit dem Iran, der seinen Aussenhandel aufgrund von Sanktionen mit Bitcoin betreibt. Umgekehrt nutze Binance eine kritische Situation. Denn: FTX will gerade neues Kapital einsammeln, um schwächelnde Krypto-Unternehmen zu akquirieren.

Ein Angebot seitens Alameda, sämtliche FTT von Binance direkt abzukaufen, um den Markt zu schützen, nahm Binance nicht an. Dieses Verhalten sorgte dann sogar für Anfeindungen durch Ryan Salame, den stellvertretenden Geschäftsführer von FTX.

Binance geht aus Konflikt bisher siegreich hervor

Die Reputation von FTX scheint in der öffentlichen Wahrnehmung deutlichen Schaden zu nehmen. Mehr als 450 Millionen US-Dollar flossen in Form von Stablecoins von FTX in den letzten Tagen ab. Auf Binance landete im gleichen Zeitraum ein Plus von 411 Millionen US-Dollar der gleichen Anlagen.

Laut CoinMarketCap ist FTX aktuell die zweitgrösste Krypto-Börse nach Handelsvolumen. Das Handelsvolumen von Binance ist ungefähr neunmal so hoch wie das des Konkurrenten.

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